Presse

DNN 28.02./01.03.2009

Dorothee Hallers (geboren 1966 in Frankenberg) Stahlfiguren vereinen die archaische Expressivität früherer Kulturen und überseeischer Stammeskunst mit den Errungenschaften von Dada- und Objektkunst, ja mit Duchamps Ready-mades, wenn sie Rohrsegmente, Harken, Spaten- und Sägeblätter - allesamt Fundstücken von Schrottplätzen - zu mythischen Heroen und Urwesen zusammenschweißt. Rost, blasse Farbspuren, Scharten, Schrunden, Montage- und Demontagespuren versucht sie, als Zeichen der Zeit zu erhalten, um Funktionalität und Verschleiß zu dokumentieren.
Doch weist Haller diesen banalen, ausrangierten Dingen des Alltags neue ästhetische Funktion und ideellen Wert zu. "Stroh zu Gold spinnen", nennt sie das und spielt auf ihr Interesse an mythologischen Stoffen an: Den "Fährmann", der an Charon und seinen Nachen denken lässt, der mit wehendem Kreissägen-Haarschopf und ausgebreiteten Armen in unerschütterlicher Frontalansicht auf Gäste wartet, während sich der "Spieler" als bewegliche Plastik frei im Raume wiegt.

Jördis Lademann

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